Die Emotionen in Deutschland sind seit Jahren aufgeheizt. Beginnend mit der Corona-Episode begann eine Emotionalisierung innerhalb der Gesellschaft, die verheerende Auswirkungen hat. Auswirkungen, die sich immer destruktiver und mächtiger in die Köpfe der Menschen fressen.
Eine Regierung muss bei ihren Entscheidungen vor allem eines sein: pragmatisch. Übermäßiges Emotionalisieren führt in aller Regel nicht zu vernünftigen Entscheidungen, sondern zu unüberlegten Handlungen. Das ist nicht zweckdienlich. Doch nicht immer geht es um Pragmatismus oder Vernunft.
Tatsächlich werden in den meisten Ländern dieser Erde Regierungsentscheidungen auf pragmatische Weise gefällt. Das bedeutet nicht zwingend, dass die Entscheidungen richtig oder gut für die Bevölkerungen sind, aber die Menschen können eher auf ihnen zugewandte Entscheidungen hoffen, wenn sie wissen, dass ihre Regierungen sich an Fakten und Möglichem orientieren.
Im besten Fall hat eine Regierung den Anspruch, dass es den Regierten im kommenden Jahr etwas besser geht als im laufenden. Mit diesem schlichten Ansatz kann man für Verbesserungen im Land sorgen, man schafft mehr Zufriedenheit bei den Menschen und genießt aller Wahrscheinlichkeit nach größeres Vertrauen.
In Deutschland sehen wir ein anderes Muster.
Der Corona-Wahnsinn
War Corona ein Test? Die einen sagen so, die anderen sagen so, und vermutlich wird die Wahrheit nie ans Licht kommen. Wenn die beteiligten Entscheidungsträger schon vor dem „Ausbruch der Pandemie“ wussten, was auf uns alle zukommt, und wenn demzufolge die Maßnahmen bereits getroffen wurden, bevor das Virus aktiv wurde, dann muss man sagen: Ja, sie wussten es, und sie handelten vorsätzlich. Es gibt durchaus Hinweise, die zu solchen Schlüssen führen können.
Doch für diesen Artikel steht die Frage nach dem Zeitpunkt des Wissens von Politik, Wissenschaft und Medien über die Gefahr oder Nicht-Gefahr von Corona nicht an erster Stelle. Wichtiger ist die Frage, warum letztlich politisch so agiert wurde, wie wir es erlebt haben.
Gehen wir davon aus, dass zu Beginn von Corona tatsächlich die Entscheidungsträger nichts Genaues wussten. In diesem Fall waren praktisch alle auf dem gleichen Wissensstand, oder besser: Un-Wissenheitsstand. Jeder war verunsichert, niemand wusste, wie gefährlich dieses Virus ist. Und da Vorsicht bekanntlich die Mutter der Porzellankiste ist, war man geneigt, lieber ein wenig vorsichtiger zu sein, als ein womöglich zu hohes Risiko einzugehen.
Die allgemeine Unsicherheit prägte also das Fühlen und Handeln der ersten Wochen und Monate in der Zeit von Corona. Man kann geteilter Meinung darüber sein, ob die Dauer der Verunsicherung angemessen war, sollte den politischen Entscheidern aber eine gewisse Frist des Lernens einräumen. Anders ausgedrückt: In den ersten Wochen bis Monaten gab es so wenige oder widersprüchliche Informationen, dass eine mittel- und langfristige Strategie der Maßnahmenentwicklung nicht funktionieren konnte. Dementsprechend wurden naturgemäß in der ersten Zeit zahlreiche Fehler gemacht, die der diffusen Informationslage entsprangen.
Nun ist aber heute allgemein bekannt, dass die dann ausgerufenen Maßnahmen auch über den kritischen Zeitraum der Unwissenheit hinaus Bestand hatten, sogar verschärft wurden und letztlich nicht mehr dem Schutz von wem auch immer dienten. So gesehen kann man auf die Frage von oben zurückkommen und nochmals über die Idee eines Tests nachdenken. Denn in jedem Fall war es ein Test der Kompetenz der Politiker, selbst, wenn niemand aus Fleisch und Blut dahinterstand. Getestet wurde also die Fähigkeit, sich auf Krisen einzustellen und die entsprechenden richtigen und den Menschen helfende Maßnahmen einzuleiten.
Ausgehend von dieser Aufgabenstellung muss man ohne Wenn und Aber sagen, dass die Politik am „Corona-Test“ kläglich und krachend gescheitert ist. Oder – je nach Perspektive – mit Sternchen bestanden hat.
Eiskaltes Emotionalisieren
Selbst, wenn das, was wir während der Corona-Episode erlebt haben, geplant gewesen sein sollte, die deutschen Politiker waren allenfalls die ausführenden Organe. Allerdings sehr fleißige und „gewissenhafte“, denn der erlebte und gelebte Totalitarismus in Deutschland war auf ganzer Linie verstörend und erschreckend.
Mit jeder weiteren Maßnahme, mit jeder neuen Einschränkung, mit jeder erfolgten Diffamierung Andersdenkender wuchs das Gefühl der Unbesiegbarkeit in der deutschen Politik. Gemeinsam mit zahllosen Medien konnte das gegenseitige Hetzen auf die Spitze getrieben und immer mehr Mitstreiter für diesen Totalitarismus gewonnen werden.
Das grundlegende Prinzip begann während Corona zu wachsen und zu gedeihen und geht jetzt weit über das, was sie „Pandemie“ nannten, hinaus. Heute erleben wir das, was man „moralisierenden Totalitarismus“ nennen könnte, auf fast allen politischen, gesellschaftlichen und geopolitischen Feldern, und dieses Prinzip hat sich als sehr effizient und nützlich erwiesen.
Effizient, weil moralisierender Totalitarismus kein großes Fachwissen voraussetzt. Die Methoden, um die Menschen emotional zu manipulieren, sind zwar teilweise subtil, doch aufgrund der massenhaften Manipulation reichen weit schlichtere Techniken aus, womit wir zum Nützlichen kommen. Nützlich ist der moralisierende Totalitarismus vor allem, weil aus erlebter Effizienz die Notwendigkeit verlorengeht, kluge Köpfe mit ausreichender Bildung für sich zu gewinnen.
Ohne hier auf einzelne Politiker eingehen zu wollen, hat sich in den letzten Jahren doch in erschreckendem Ausmaß gezeigt, wie übersichtlich die intellektuellen Fähigkeiten vorhanden sind. Wohl auch deshalb ist Deutschland auf der Welt in seinem Ansehen regelrecht abgestürzt, denn politische Klugheit schließt auch Diplomatie mit ein, etwas, das in Deutschland spätestens seit dem 24. Februar 2022 mit dem Beginn des aktuellen Ukraine-Krieges vollends abgeschafft wurde und mittlerweile nur noch von Menschen gefordert wird, die selbst nicht in der Position sind, diese auch praktisch umzusetzen. Insofern hat die Diplomatie Deutschland flächendeckend verlassen.
Geschichte ohne Moral
Moral an sich ist nicht verwerflich. Moralisieren dagegen ist etwas ganz anderes. Wer moralisiert, diskutiert nicht ergebnisoffen, sondern auf einer Von-oben-herab-Ebene. Um das zu verdeutlichen, wählen wir ein Beispiel:
Am 24. Februar 2022 hat Russland die Ukraine angegriffen. Der Krieg dauert seitdem an.
Das ist in Reduktion auf die wesentlichen Informationen beschränkt die Ausgangslage. Sofort, nachdem Russland in die Ukraine einmarschiert war, begann das Moralisieren. Natürlich wurde aus dem Einmarsch ein „brutaler, völkerrechtswidriger Angriffskrieg“, begonnen vom „Diktator Putin“, und es dauerte nicht lange, bis die ersten Hitler-Vergleiche auftauchten.
Im nächsten Schritt wurde aus dem eigentlich regionalen Krieg ein Kampf der Demokratie gegen autoritäre Staaten gemacht. Sogar die Ukraine selbst wurde zum Verteidiger ebendieser Demokratie ausgerufen, die „uns alle“ gegen den Despoten aus Moskau verteidige. Das ist mehr als bemerkenswert, wenn man bedenkt, wie ausgeprägt faschistische Strömungen und Kräfte in der Ukraine sind. Nichts davon ging die deutsche Bevölkerung etwas an, so scheint es, und auch die über Jahrzehnte gewachsene Korruption in der Ukraine war nach dem 24. Februar 2022 kein Thema mehr (anders als in den Jahren zuvor, als es durchaus kritische Berichte zur Ukraine gab, und zwar sowohl was die faschistischen Entwicklungen betrifft als auch hinsichtlich der Angriffe Kiews auf die Gebiete in der Ost-Ukraine).
Um „den Sack zuzumachen“, mussten nun noch entführte ukrainische Kinder her, die man sich letztlich einfach ausdachte. Kombiniert wurde der Cocktail mit moralisierenden Vorträgen über russisches Gas, das Putin einfach abgestellt habe und als Krönung steht uns nun schon eine Weile ein russischer Angriff auf Deutschland und seine Demokratie bevor. Die Krönung der Krönung waren Aussagen wie diese: „Putin kann den Krieg jederzeit beenden, er muss einfach aufhören, die Ukraine zu bombardieren.“ Die geopolitische Ahnungslosigkeit, die hier mitschwingt, kann man mit bloßen Händen greifen.
Wir erinnern uns an den Ausgangssatz:
Am 24. Februar 2022 hat Russland die Ukraine angegriffen. Der Krieg dauert seitdem an.
Und versuchen es mit einem Blick auf andere Aspekte:
- Vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine wurde die Ukraine jahrelang durch den Westen aufgerüstet.
- Die Demonstrationen auf dem Maidan waren durch die USA initiiert und finanziert.
- Die russische Administration hat über einen langen Zeitraum – zuletzt Ende 2021 – wiederholt versucht, mit den USA (also faktisch der NATO) zu einer friedlichen Lösung in der Ukraine zu kommen. Die USA haben das bis zuletzt abgelehnt, sogar herablassend und provozierend darauf reagiert.
Die Liste ließe sich mit historischen Fakten weiter auffüllen, aber selbst, wenn man nicht so tief in das Thema einsteigen will, kommt man ins Grübeln, liest man die moralisierende und die pragmatische Einschätzung durch.
Völlig unabhängig von diesen beiden Herangehensweisen hätte es eine Praxis gegeben, an der normalerweise kein Weg vorbeigeführt hätte: die der Diplomatie. Sie hätte diesen Krieg beenden oder sogar verhindern können. Und es wäre eine völkerrechtliche Pflicht gewesen, genau das zu versuchen: den Krieg zu verhindern bzw. im Falle eines Ausbruchs alles dafür zu tun, dass er so schnell wie möglich wieder beendet wird – mit diplomatischen Mitteln.
Das ist nicht geschehen, und es war nicht gewollt. Die Gründe sind vielfältig und doch recht simpel. Mit Krieg wird Geld verdient, viel Geld, und Gesellschaften, die wirtschaftlich in Schieflage geraten, haben in der Geschichte immer wieder Krieg begonnen. Jene wirtschaftliche Schieflage ist in Deutschland übrigens wichtiger Teil des moralisierenden Totalitarismus, denn allein die Sprengung von Nord-Stream hat ökonomisch verheerende Auswirkungen erzeugt, die in höchsten moralischen Tönen ignoriert bzw. weggewischt wurden.
Gleiches gilt für russische Energie, also in erster Linie Gas und Öl. Die Behauptung, Putin habe eigenhändig das Gas nach Deutschland abgestellt, ist eine Lüge, und eine sinnlose dazu, denn es waren deutsche Politiker, die sich entschieden haben, künftig den Wirtschaftsstandort Deutschland völlig neu und komplett suizidal aufzustellen.
Was zu tun gewesen wäre
Wir stecken tief drin in der Gefühlsfalle, und es gibt kaum noch Lebensbereiche, die nicht davon betroffen sind. Schauen wir zum Schluss einmal darauf, wie man auf andere Weise mit den in diesem Text vorgestellten Beispielen hätte umgehen können.
Corona:
- Bestandsaufnahme und Risikoanalyse
- in den ersten Wochen und Monaten Maßnahmenerarbeitung zum Schutz der Bevölkerung
- direkt im Anschluss bzw. währenddessen stetiges Überprüfen der beschlossenen Maßnahmen
- weitere Risikoanalysen, um das Beschlossene zu überprüfen
- Ausweitung von Maßnahmen für gefährdete Gruppen, Reduzierung bzw. Abschaffung von Maßnahmen, die dem aktuellen Wissensstand nicht mehr entsprechen
Die Notwendigkeit genauer Analysen betrifft auch und in besonderem Maße die Entwicklung von Impfstoffen, die statt teleskopiert (also erheblich verkürzt) mit Ruhe und Bedacht hätten entwickelt werden müssen. Wäre dies geschehen, hätte aber auch die restliche radikale Maßnahmenpolitik nicht funktioniert, die Bevölkerung hätte das einfach nicht „gekauft“.
Was jedoch über allem steht, ist der Umgang mit den Menschen. Es war das, was wir hier moralisierenden Totalitarismus genannt haben, was zu der erheblichen Spaltung innerhalb der Bevölkerung beigetragen hat. Jeder Mensch wurde für jeden anderen Menschen zur Gefahr und zum potenziellen Feind erklärt. Dieses gegeneinander Aufhetzen der Menschen hätte nie und nimmer funktioniert (und wäre gar nicht notwendig gewesen), wenn die Politik nicht von morgens bis abends an der Angsterzeugung der Bevölkerung gearbeitet hätte.
Ukraine-Krieg:
- Historische Betrachtung, also die Frage, welche Ereignisse zum aktuellen Krieg geführt haben könnten
- Deeskalation durch Gespräche, Verhandlungen, Angebote, Ablehnungen, weitere Verhandlungen
- Suchen nach Lösungsansätzen, die die Interessen aller beteiligten Länder berücksichtigen (also über Russland und die Ukraine hinaus)
- Neutrale bzw. gleichberechtigte Sprache, also etwa für jedes Staatsoberhaupt den Begriff „Präsident“ oder „Regierungschef“ verwenden, statt wertende und abwertende Begriffe zu benutzen („Diktator“, „Machthaber“ etc.)
So grauenvoll Kriege auch sein mögen, man hat immer die Möglichkeit, sie durch entsprechendes deeskalierendes Handeln zu beenden (im besten Fall hätte entsprechendes Handeln gleich den Ausbruch des Krieges verhindern können).
Gewollt und nicht besser gekonnt
Das totalitäre Moralisieren hat sich im Laufe der Zeit zu einer festen Größe in der deutschen Politik entwickelt. Psychologisch ist das nachvollziehbar, denn wer über die Moral jegliche Verantwortung für was auch immer an Feindbilder „delegieren“ kann, ist selbst seltener Kritik ausgesetzt, zumindest, wenn der Feindbildaufbau intensiv betrieben wird. Und das wird er! Es ist also unbestreitbar, dass die Spaltung der Gesellschaft fester Bestandteil deutscher Politik geworden ist. Das daraus entstandene Gerüst bröckelt zwar immer mehr, Teile der Gesellschaft verstehen die Psychologie der Spaltung immer besser und setzen sich dagegen zur Wehr.
Aufhören ist für die politischen Verantwortungsträger aber keine Option, und zwar aus einem sehr einfachen Grund: Sie können gar nichts anderes! Daher besteht keine Hoffnung, dass die Politik sich in eine bessere Richtung entwickeln wird, aber durchaus die Hoffnung, dass die Spaltung gesellschaftlich geächtet und somit früher oder später beendet wird.
Der Weg heraus aus der Spaltung und dem moralisierenden Totalitarismus kann nur durch die Bevölkerung selbst gelingen. Hoffen wir, dass sie die Herausforderung annimmt.


Zwei meiner Freunde sind mit dem Booster tot. Zwei weitere haben jeweils einen Hirntumor entwicklet. Mein bester Freund hat mit dem Booster die Fàhigkeit verloren zu sprechend und zu gehen. Trotzdem treibt mich nicht der Hass.
Es darf auf gar keinen Fall ohne Konsequenzen bleiben. Aber nicht aus Rache, sondern damit es nie wieder passiert.
Und die emotionale Lage der Sekte ist mir völlig gleich.