Ceuta kam und ging so schnell, dass man kaum verstanden hat, was da eigentlich passiert ist. Und die Tatsache, dass Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni noch während die Menschen nach Ceuta kamen, mal eben das Schengen-Abkommen mit Spanien ausgesetzt hat, spricht nicht für die eindrucksvolle Weitsicht der Politikerin, sondern eher für ihre Ahnungslosigkeit.
Wir haben mit dem türkischen Analysten und Journalisten Tehran Orucoglu gesprochen, der sich nicht nur zu Ceuta, sondern auch zu Fragen nach der EU-Mitgliedschaft, der Krise im Gazastreifen und der geopolitischen und wirtschaftlichen Zukunft der Türkei geäußert hat.
Herausgekommen ist eine Sendung mit interessanten Einblicken, was wir unter anderem unserem Gast zu verdanken haben.
Mit Dirk Pohlmann und Tom J. Wellbrock.
Inhalt:
00:01 Verunglückte Begrüßung
00:20 Danksagung
03:00 Der türkische Kollege Tehran Orucoglu
04:00 Finnlands wirtschaftliche Probleme
06:30 Interview mit Tehran Orucoglu
19:00 Anmerkungen zum Interview:
– Turksprachige Gemeinschaften
– BRICS und mehr
– Chinas Sträke
– Türkei, Aserbaidschan, Israel
– Dümmer und dümmer
42:00 Ausblick: Burkina Faso, BDN, China
youtube.com/watch?v=pEtMVG2vIlg&feature=youtu.be
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Grenzgängerstudios zu Burkina Faso
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Moin, Ihr zwei aufrechten Kempen!
Bei Minute 30 macht Ihr einen kleinen Fehler: Ihr dürft den Preis eines Autos in China nicht einfach in Euro nennen, sondern Ihr müsst ihn im Verhältnis zu einem durchschnittlichen Einkommen betrachten. Ich bin kein Experte, was China angeht, und weiß auch ich nicht, wie hoch die Einkommen dort sind, aber ich bin recht sicher, dass Autos der genannten Marke nicht wirklich ein Schnäppchen für eine Kassiererin oder einen Arbeiter am Fließband sind.
Aber diesen Fehler machen alle, die über niedrigere Preise in anderen Ländern berichten, sei es für den Import oder nur für den Urlaub, wenn es um Restaurantbesuche geht. Als ausländischer Tourist kommt Dir ein komplettes Menü für umgerechnet 3 Euro oder eine Fahrkarte für 1 Euro unheimlich günstig vor, aber wenn Du dann bedenkst, dass 3 Euro vielleicht einen kompletten Tageslohn für viele Einheimische darstellen, sieht die Sache schon anders aus.
Noch zwei kleine Anmerkungen zu China:
Vor einiger Zeit hat ein hoher chinesischer Politiker einen Spruch gebracht, der an Wahrheit und Weisheit kaum zu überbieten ist. Er sagte: „Das Chinesische Reich gibt es seit 5000 Jahren. Die meiste Zeit davon gab es keine USA.“
Diesen Spruch sollte man all denjenigen in den USA an die Stirn tackern, die meinen, sie wären die großen Weltbeherrscher. Ein Land, das von europäischen Wirtschaftsflüchtlingen, Abenteurern und mit der Justiz in Konflikt Geratenen gegründet und durch Sklavenhandel, Genozid an der einheimischen Bevölkerung und dem Anzetteln von Kriegen in aller Welt groß geworden ist, sollte nicht versuchen, anderen vorzuschreiben, wie sie zu leben und zu handeln haben.
Die zweite Bemerkung: China ist natürlich auch kein Musterknabe, was den Umgang mit der eigenen Bevölkerung, Demokratie und Menschenrechte angeht. Aber vielleicht ist China in vielen Dingen deshalb schneller und besser als Deutschland, weil die Menschen sich nicht täglich entscheiden müssen, welches Geschlecht sie gerade haben oder welche Tiermaske sie tragen sollen und sie nicht viel zu viele Arbeitsstunden mit der Anfertigung von Regenbogenflaggen verplempern…